Lauras Traum

Nach der Schule, das war 2012, bin ich zur Lebenshilfe in Gießen gekommen, in den Berufsbildungsbereich. Ich hatte aber ganz schnell den Wunsch, woanders zu arbeiten. Nicht in der Werkstatt. Ich wollte gern was mit Kindern machen und bin über eine andere Abteilung der Lebenshilfe in einen Kindergarten gekommen. Das war ein besonderer Kindergarten, denn dort war ich selbst als Kind gewesen. Und die Mitarbeiter konnten sich auch noch ganz gut an mich erinnern. Ich war fast ein Jahr dort, es hat mir gut gefallen. Freitags habe ich immer beim Kurs „Stark fürs Praktikum“ mitgemacht. Aber dann musste ich wechseln: Ich wollte Geld verdienen, aber der Kindergarten hatte keinen Platz für mich. Das war schade.

Damals hat mich meine Betreuerin von der Lebenshilfe gefragt, ob wir eine Persönliche Zukunftsplanung machen wollen. Sie hat mir erklärt, was das ist. Das fand ich gut, denn es war ja noch nichts sicher, so mit der Arbeit. Und vor allem wollte ich wissen, was es denn noch für mich gibt. Damals haben mich auch andere Themen beschäftigt.

Als die Planung losging, war ich ganz schön aufgeregt. Ich kannte das ja nicht vorher. Wir haben sie bei mir daheim gemacht. Verwandte, meine Eltern, meine Großeltern waren dabei, mein Onkel und noch eine Tante von mir, und mein Patenonkel. Die kennen mich alle gut. Dann kamen auch meine Betreuer von der Lebenshilfe, und eine Moderatorin, die meine Betreuerin kannte. Von früher war meine Lehrerin dabei und Freunde und Bekannte. Es war eine schöne Atmosphäre. Meine Betreuerin hat einen Kuchen gebacken und wir haben den Tisch schön gedeckt.

Lauras Unterstützungskreis

Auf dem Kuchen stand „Lauras Planung“. Das war eine tolle Sache, Arbeit war ein Thema, aber auch andere Dinge. Bei der Arbeit konnte ich gleich sagen, das wusste ich vorher schon, ich will Polizistin werden. Mein Traum war, eigentlich wollte ich Abi machen und Polizistin werden, weil meine Schwester das auch macht. Schießen wollte ich lernen, Selbstverteidigung. Und die Idee mit dem Kindergarten war deshalb, weil ich gern was mit Kindern mache. Das ist auch eine Leidenschaft.

Lauras Traumwolken

Und wie ich leben will, haben wir besprochen. Auf einem Bauernhof mit meiner Familie und meinen Freunden. Das wär‘ mein Traum, und mit vielen Tieren, mit Kühen und Hunden. Uli ist ein Freund von mir. Und Mama und Julia und Paul auch. Ich sag aber nicht, wer Paul ist. Dann gab es noch andere Träume: eine Reise nach Paris und eine nach Venedig. Und einen Motorradführerschein machen ist auch einer und einen Freund finden. Und wir haben geguckt, was ich alles sonst noch mache. Zum Beispiel bin ich ein großer Fußballfan von Eintracht Frankfurt, ich war auch schon öfters bei der Eintracht beim Spiel.Wichtig waren mir auch Kontakte, ich wollte neue Leute kennenlernen, mit denen ich was unternehmen kann. Das kam alles bei der Planung raus.

Die Zukunftsplanung entsteht ...

Und danach ging es dann los: Seitdem spiele ich einmal in der Woche dienstags Theater, das macht Spaß. Wir sind auch schon mal im Stadttheater Gießen aufgetreten. Ich fand es gar nicht so aufregend, ich hab nämlich kein Lampenfieber. Außerdem mache ich Yoga, auch einmal in der Woche. Und gereist bin ich auch, ich war schon überall. Mit meiner Familie, aber auch ohne, mit Freizeiten, da war ich auf Kreta und letztes Jahr auf Lanzarote und in der Türkei auch schon. Selbstverteidigung habe ich noch nicht gemacht, ich mach ja schon so viel anderes. Vielleicht später nochmal.

 

Bootsanleger in Kreta mit Laura und vielen Menschen
Laura auf Kreta

Und dann war ich mal bei der Schatzkiste. Über die kann man einen Freund finden. Man meldet sich an und hat dann einen Termin und erzählt, welche Interessen man hat und was man sich wünscht, also was für einen Partner. Die Schatzkiste kannte ich damals noch nicht und wollte erstmal wissen, was das eigentlich ist. Einmal im Monat macht die Schatzkiste eine Disco, immer am ersten Sonntag im Monat. Da kann man auch andere Leute kennenlernen. Ich bin da hingegangen, weil ich einen Freund finden wollte. Party kann ich ja auch so machen. Hat aber noch nicht geklappt. War nicht so mein Ding.

Nach der Planung habe ich zwei weitere Praktika in Kindergärten gemacht, und bei dem dritten in Stauffenberg hat es dann endlich geklappt: Dort habe ich eine feste Stelle, einen Beschäftigungsplatz, bekommen. Ich war so gut, dass der Bürgermeister nach dem Praktikum gesagt hat, ich soll bleiben. Ich hab noch mit der Lebenshilfe zu tun, mach‘ Freizeiten mit und Fortbildungen und werde im Kindergarten von ihnen begleitet.

k-LH1

Die Zukunftsplanung hat mir viel gebracht, fürs Weiterkommen. Es war eine gute Erfahrung, und sie hat viel verändert. Jetzt hab ich einen festen Arbeitsplatz in der Hauswirtschaft und ich kann gut mit Kindern. Die Arbeit macht Spaß, ich bin da am richtigen Ort. Ach ja, und Paris, das kommt auch noch.

 

 

 

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