Iris Kopera macht ihren Traum wahr und fährt zum Inklusions-Sommercamp nach Kanada

Mein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich konnte Inklusion erleben und habe an der Toronto Inclusion Summer School in Kanada teilgenommen. Davon will ich berichten. Hier ist mein Lerntagebuch von Toronto…

1.Tag

Jetzt ist der erste Tag in Toronto. Wir haben lange geschlafen, ich habe auf meiner Uhr nachgesehen und es war 13 Uhr. Ach so doch nicht, das ist Euro-Zeit. Es war ja 7 Uhr in der Früh. Wir waren ca. um 10 Uhr frühstücken, dann haben wir die Nicci Blok mit ihrem Sohn getroffen. Zuerst haben wir sie gar nicht wahrgenommen. Und dann spricht sie mich an: „Hallo Iris, so eine Freude!“

Nicci Blok

Wir sind dann gleich mit dem Touristen-Bus gefahren, 2 Stunden lang. Es war sehr interessant. Ich habe nicht so viel verstanden.  Aber mit Susi konnte ich mehr verstehen. Wir hatten so einen Hunger und wussten nicht, was wir essen sollten. Da war ein riesengroßer Supermarkt, mit allen was du dir wünschst. Und jedes Stück 4 Mal in einer anderen Marke und verschiedene warme Speisen. Auf der Fußgänger-Zone waren Tische. Einfach so konnten wir uns dort hinsetzen und unser warmes Mal essen. Dann sind alle gekommen, von der Zukunftsplanung: John O’Brien, Linda Kahn und Jack Pearpoint.

Um 18 Uhr sind wir Geld wechseln gegangen. Susi brauchte Ohropax. In jeder Packung waren 10 Stück drinnen, sie brauchte aber nur zwei. Dann war es 20 Uhr. Susi und ich gingen aufs Zimmer.  Ich habe nachgelesen, jetzt ist es 10 Uhr und bei euch 3:35 Uhr. Ich bin jetzt müde. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich jetzt noch mehr Zeit habe, als vor der Umstellung. Gute Nacht!

TagungsanmeldungSusi und Iris

2.Tag

Heute haben wir vieles in Toronto angesehen. Es war so schön, aber ich möchte nicht so viel darüber schreiben, ich möchte vom Sommercamp berichten.  Ganz kurz, ich habe Beth Mount ein kleines Bild geschenkt. Und sie hat sich sofort zu mir gesetzt. Wir sind in einem großen Saal gewesen, das Ziel war es, alle kennenzulernen. Und dann machten sie überall Sessel-Kreise und das waren Inseln (so 5 Sesseln hier und dort). Und jeder erzählte, warum er oder sie hier ist. Bei den Tischen waren viele Menschen. Das ganze ging so viermal. Und dann hat jeder von uns in der Gruppe ein Symbol gemacht und das haben wir auf ein großes Blatt geklebt, Symbole dafür, was man dazulernen möchte. Dann nahmen wir unsere Mappen, die wir bekommen hatten, es war ein selbstgemachtes Spannbrett, und wir haben aufgeschrieben, was uns bewegt. Das hat John O’Brien moderiert. Und dann noch ein letztes Wort: „Wir haben eine schwarze Tasche und etwas zum Schreiben bekommen“.

Iris im Plenum

3.Tag

Heute war der erste Tag es Sommer-Camps. Um 9:00 Uhr hat alles begonnen. Jeder von den Vortragenden hat sich vorgestellt und gesagt, welche Angebote es gibt. Und es wurde die Woche beschrieben und was wir heute den ganzen Tag machen.

In der Früh war eine Achtsamkeitsübung. Es wurden die Augen zugemacht und man hat sich den Körper vorgestellt, wie die Nasenflügel auf- und zugehen, beim Aus- und Einatmen. Dann kam das Gehirn, da war eine Aussage: „Jeder denkt so viel auch, wenn man nicht denkt, denkt man!“ Dann kommen die Gefühle. Dazu sollte man sich ein schönes Bild ausdenken, vielleicht einen Sonnenaufgang oder eine Person, die man gerne hat, und immer, wenn man das Denken unterbrechen möchte, soll man an das Bild denken!

Dann haben sich verschiedene Gruppen aus verschiedenen Organisationen vorgestellt. Und immer nach 7 Minuten mussten die Gruppen wechseln.  Wir haben nicht alle Gruppen genommen, weil es schwierig war, mit der Übersetzung.  Dann war die Mittagspause. Und wir haben über die vielen Bilder erzählt. Dann wurde ein Dialogspaziergang gemacht. Und dann kam Open Space. Das war cool. Jeder durfte etwas einbringen, was ihn bewegt und auf der Bühne vorstellen. Und dann wurde ein Raum eröffnet, für jede Person, die etwas erzählen wollte. Es waren 3 Schlangen voller Menschen und jeder hat etwas anderes erzählt. Und diese wurden dann auf 3 Tage aufgeteilt und in den Kalender geschrieben. Und man konnte sich aussuchen, wann und wo man jemanden ansehen wollte und sich aussuchen, woran man teilnimmt. Ich habe noch nie so präsentierfreudige Menschen erlebt.

Plan

4.Tag

Beth MountHeute hat alles um 9 Uhr begonnen. Jeder konnte sich eine Veranstaltung aussuchen, wo er oder sie gerne dabei sein mochte. Ich habe mir Beth Mount und John O’Brien ausgesucht. Das war für drei Tage lang.

Am ersten Tag hat man sagen können, warum man hier ist. Dann sind wir in 3er-Gruppen aufgeteilt worden.

Wir haben uns Geschichten erzählt. Eine Person hat geweint. Sie hat miterlebt, wie eine Person erschossen wurde, mitten auf der Straße. Es war ein Schwarzer. Das ist mir noch nie passiert. Mir sind auf einmal die Tränen heraus geschossen. Dann haben wir „Social Presencing“ gemacht: Zwei Eltern haben über ihren Sohn berichtet. Der Sohn hat einen Nachbar, der schon im Gefängnis Baumwar, wegen sexueller Übergriffe. Und der Sohn hätte gerne einen Wohnungskollegen, aber keiner will zu ihm ziehen, wegen dem Nachbarn. Und die Eltern wissen nicht, was sie tun sollen. Die Übung war, jede Person erhielt eine Rolle und musste diese nachstellen. Und die Eltern haben sich dann besser gefühlt. Und am Nachmittag konnten wir die Open Spaces anschauen. Wir haben gesungen. Und dann haben wir einen Mann aus Belgien getroffen (einen Radfahrer), er ist 3 Monate lang mit dem Rad gefahren. Er macht so etwas nie wieder. Aber die Erfahrung war super. Und dann nach einer langen Pause ist er noch 4 Wochen gefahren. Und dann war noch eine Indio-Frau, die immer schlecht behandelt wurde.

5.Tag

Um 9 Uhr hat wieder alles begonnen. Und dann war eine Methode, wie man seinen blauen Fleck findet (Blue Space).  Und dann habe ich gesagt: „Wenn es zu viele Lösungen und Antworten gibt, kann man nie seinen eigenen blauen Fleck finden!“ Und John O’Brien sagte: „Iris, du bist ein Genie!“.

Wir haben dann über Probleme gesprochen, und dann hat eine Frau erzählt, dass sie eine Tagestruktur für ihre Tochter organisiert hat, ihre Tochter hatte eine schwere Behinderung. Und wie die Organisation dann aufgebaut war, ist die Tochter gestorben.

Dann hat man sich überlegen müssen, wo man gerade steckt. Und dann eine Figur finden und diese auflösen. Und dann hat Beth Mount ganz viele Materialien zum Kreativ-sein mitgebracht und dann haben wir ein Bild daraus gemacht.

Und dann habe ich mir wieder einen Thema aus dem Open Space ausgesucht und das war „4 Schritte zur Inklusion“. Mir hat es nicht gefallen. Sie haben erzählt, dass ein Unterstützungskreis sich immer nur mit dem Telefon anruft und sich gar nicht trifft.  Und das ist Inklusion??? Ich fand das komisch.

Am Nachmittag wurde über eine Tagesstruktur berichtet, in der die behinderten Menschen misshandelt wurden. Diese Organisation wurde dann aufgelöst. Und das war ein sehr großer Erfolg.

Podium

6.Tag

Wir haben wieder um 9 Uhr begonnen. Ich war wieder bei der Beth Mount und John O’Brien. Wir haben eine „Case Clinic“ gemacht. Ich war die Hauptperson, ich habe über meine Arbeit gesprochen. Und mein Problem war, dass ich nicht mehr viel Kunst machen kann. Und, dass meine KollegInnen keine Künstler sind und das ist sehr schwierig für mich, mich einzubringen. Und dann war das Feed-back von ihnen: „Das ist sehr traurig, dass ich keine Kunst mehr machen kann. Ich sollte nur das machen, was Spaß macht und mich nicht so verstecken, und auch nicht das machen was ich will.“ Und dann haben wir ein Kunstwerk gemacht, wie wir uns jetzt fühlen.

Iris PräsentationMEIN OPEN SPACE

Es ist jetzt Nachmittag und jetzt komme ich dran mit meinem Open-Space. Ich habe über meine Geschichte erzählt, meine Lebensgeschichte. Es sind an die 25 Personen gekommen. Ich hatte eine große Leinwand, mit Beamer-Projektion. Hier wurde meine Power-Point-Präsentation gezeigt. Ich habe einen großen Applaus bekommen,  die Menschen sind sehr lieb zu mir und finden mich toll.

Dann haben wir uns alle ausgeruht. Und dann war eine riesengroße Glitzer-Party am Abend! Ich habe mich mit der Beth ausgetauscht, wie wir das machen. Ob wir noch einen Tag bleiben oder, ob wir gleich abreisen. Beth meinte, dass sie gleich nach der Tagung abreisen muss, dass sie noch ihren Sohn treffen möchte, den sie schon sehr lange nicht gesehen hatte.

Glitzerparty

7.Tag EIN ABSCHLUSS

Wir haben uns alle wieder um 9:00 Uhr getroffen. Es wurde im riesengroßen Raum, wo die Tagung stattfand, ein riesengroßer Sesselkreis gemacht. Und in der Mitte des Sesselkreises – was man sich nicht vorstellen kann, so groß – durften alle Menschen, die mitgemacht haben, sagen, was ihnen gefallen hat und was sie bewegt hat. Ich habe mich auch in die Mitte gestellt und habe mich bei allen bedankt. Ich habe eine Dankesrede gehalten. Ich habe gesagt: „Ich habe den Zukunftsplanungs-Oscar bekommen!“.

Dann gab es noch einen Trommler. Der hat immer bei allen Veranstaltungen getrommelt. Und ich habe ihn gefragt, ob er für mich trommeln möchte. Und ich habe meinen großen Lach-Song zur Trommel gesungen!

Dann war die Verabschiedung, alle haben sich umarmt und haben Lebewohl gesagt. Und am Schluss hat noch die Person, die ihre Tochter verloren hatte, die hat am Schluss zu mir gesagt: „Ich möchte mich bei dir bedanken, dass du mir wieder das Lachen zurück gegeben hast. Weil ich konnte nicht mehr lachen und mit deiner Präsentation konnte ich wieder lachen.“

Abschluss
Und dann ab nach New York mit der Beth Mount mit dem Auto. Wir hatten so einen Hunger und wussten nicht, was wir essen sollten. Da war ein riesengroßer Supermarkt, mit allen was du dir wünschst. Und jedes Stück 4 Mal in einer anderen Marke und verschiedene warme Speisen. Auf der Fußgänger-Zone waren Tische. Einfach so konnten wir uns dort hinsetzen und unser warmes Mal essen. Dann sind alle gekommen, von der Zukunftsplanung: John O’Brien, Linda Kahn und Jack Pearpoint.

 

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Ein Kommentar zu „Iris Kopera macht ihren Traum wahr und fährt zum Inklusions-Sommercamp nach Kanada

  1. Liebe Iris! Waouuu! So eine Erfahrung! Ich bin total berührt und gerührt und hab einen neuen Traum. Da will ich auch hin! Danke dir 🙂

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